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Nachnamen nach Berufen

Eine ganze Reihe der häufigsten deutschen Nachnamen geht auf alte Berufe zurück und beschreibt ursprünglich die Tätigkeit eines Vorfahren.

Sehr häufige Berufs-Nachnamen

  • Müller – Betreiber einer Mühle / Getreideverarbeitung.

  • Schmidt / Schmitt / Schmitz – Schmied, Metallhandwerker.

  • Schneider – Schneider im Textilhandwerk.

  • Fischer – Berufsfischer / Fischerei.

  • Weber – Weber, Herstellung von Stoffen.

  • Becker / Bäcker – Bäcker, Herstellung von Brot und Backwaren.

  • Meyer / Meier / Mayer – Verwalter, Oberbauer oder Gutsverwalter.

  • Wagner – Wagenmacher / Wagenradbauer, später allgemein Fuhrwerksbauer.

  • Schulz / Schulze – Dorfschulze, Ortsvorsteher / Verwaltungsbeamter.

  • Koch – Beruf des Kochs / Speisenzubereitung.

  • Schäfer / Schaefer – Schafhirte, Hüter einer Schafherde.

  • Bauer / Ackermann – Landwirt, Ackerbau.

  • Zimmermann – Zimmermann, Holz- und Hausbau-Handwerker.

  • Schröder – vom mittelniederdeutschen „schröden/schröten“ = schneiden, Tuchscherer.

  • Richter – Richter / Gerichtsbeamter.

  • Krämer / Kramer / Kremer – Kleinhändler, Ladenbesitzer.

  • Maurer – Maurer, Bauhandwerk mit Stein.

  • Schuhmacher / Schuster / Schubert – Schuhmacher.

  • Gerber / Lederer – Gerber, Verarbeitung von Tierhäuten zu Leder.

  • Förster / Forster – Verwalter eines Forstes.

  • Küfer / Böttcher / Fassbinder – Fassmacher.

  • Färber – Färber von Stoffen.

  • Barbier / Bader – Haar- und Bartpflege, früher auch einfache medizinische Tätigkeiten.

  • Decker / Schindler – Dachdecker (mit Schindeln).

Viele heute gebräuchliche Berufsnamen haben zahlreiche abgewandelte Formen – durch regionale Aussprache, alte Schreibweisen, Spezialisierungen oder Ableitungen über Werkzeug/Produkt.

1. Varianten desselben Berufs

Hier geht es um unterschiedliche Schreibweisen oder Dialektformen für denselben Beruf.

  • Schmied: Schmidt, Schmitt, Schmid, Schmitz, Schmied.

  • Müller: Mueller, Möller (regional), Stoiber, Stauber (Müller in staubiger Mühle).

  • Bäcker: Becker, Beck, Becke, Kuchenbecker/Kuchenbäcker (Feinbäcker).

  • Meier: Meyer, Maier, Mayer, Meyr, Mayr u.ä. (Verwalter/Oberbauer).

  • Schulze: Schulz, Scholz, Schultheiß (Gemeindevorsteher).

  • Förster: Forster, Pförtschner (regional verwandt).

2. Spezialisierte Berufsformen

Hier wird der Grundberuf feiner beschrieben (Spezialaufgabe, Produkt, Kundschaft).

  • Bäcker: Kuchenbecker, Weißbecker, Semler (Semmelbäcker), Lebzelter/Lebkuchner (Honig-/Lebkuchenbäcker).

  • Händler: Mehlmann, Salzmann, Eppler (Apfelverkäufer), Erbser (Erbsen), Höker/Höcker (Kleinhändler).

  • Müller: Ölmann, Mahlmann (nach Produkt/Tätigkeit).

  • Schuster/Schuhmacher: Schuster, Schubert, Schuchardt, Schuhmann.

 

3. Ableitungen über Werkzeug, Material, Erzeugnis

Der Name bezieht sich nicht direkt auf den Beruf, sondern auf etwas Typisches aus der Arbeit.

  • Schmied-Umfeld: Hufnagel (Produkt), Hammer, Lehm/Leim (Material beim Tischler), Leisten (Werkzeug).

  • Bäcker-Umfeld: Kleinbrötlin (scherzhafter Übername für Bäcker).

  • Gerber/Metzger: Namen mit „Bär-/Ber-/Beer-“ aus dem alten Wort für kastrierten Eber („Barc“).

 

4. Berufsorte und Lagebezeichnungen

Der Beruf wird über den Standort oder eine typische Lage abgeleitet.

  • Kramer/Krämer (Händler): Kramer, Krämer, Kremer; bei Laden an der Ecke: Winkler, Winkelmann.

  • Beruf + Ort/Relation: Baumgartner/Baumgartner (Gärtner am Baumgarten), Hofmann (am Hof), Thurner (am Turm).

5. Fremdsprachige / latinisierte Formen

Einige Berufsbezüge sind nur noch über alte Sprachformen erkennbar.

  • Kirchendienste: Custos → Köster, Küster (Kirchenschatzverwalter).

  • Mönch: Mönch → Mönig (abgeleitet vom lateinischen Wort).