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Standesamt-Vermerke erklärt

In vielen Personenstandsunterlagen stehen am Rand oder zwischen den Zeilen kurze Vermerke. Sie wirken unscheinbar, sind aber oft der Schlüssel zu Schreibvarianten, Namenskorrekturen und späteren Ereignissen (z.B. Heirat, Anerkennung, Adoption). Diese Seite hilft dir, die häufigsten Vermerke einzuordnen – inklusive „von Amts wegen berichtigt“.

 

1) Was sind Randvermerke und warum sind sie so wichtig?

Randvermerke (auch: Zusatzvermerke) sind Ergänzungen, die später am Registereintrag angebracht wurden. Sie können:

  • spätere Ereignisse dokumentieren (z.B. Heirat, Namensführung),

  • Fehler/Abweichungen berichtigen,

  • oder auf weitere Register/Urkunden verweisen.

Merke: Der Vermerk ist oft später geschrieben als der Haupttext – und damit genealogisch Gold wert.

randvermerk


2) „Von Amts wegen berichtigt“ – was bedeutet das praktisch?

Das ist einer der wichtigsten Vermerke für Namen.

Was du daraus ableiten kannst:

  • Das Amt hat eine Angabe (häufig: Name, Datum, Schreibweise) korrigiert/vereinheitlicht.

  • Es handelt sich meist um eine Berichtigung im Register – nicht zwingend um eine „Namensänderung“ im modernen Sinn.

  • Für deine Forschung ist es ein starker Hinweis, dass es vorher abweichende Schreibweisen gab oder ein Eintrag als fehlerhaft galt.

So dokumentierst du es sauber:

  • Notiere beide Formen: die ursprüngliche Schreibweise + die berichtige Form.

  • Schreibe dazu: „Berichtigung von Amts wegen im Register/Urkunde“.

  • Wenn möglich: notiere auch Datum/Ort des Vermerks (falls angegeben).

Bezug zu deinem Beispiel:
Wenn später handschriftlich „von Amts wegen“ Geffrom → Gefrom berichtigt wurde, ist das ein starkes Indiz für eine amtliche „Normalisierung“ der Grundform – während die Varianten trotzdem echte Lebenswirklichkeit in älteren Dokumenten sein können.


3) Häufige Standesamt-Formulierungen und wie du sie liest

(Hinweis: Wortlaut kann je nach Region/Zeitraum variieren.)

A) Berichtigung / Korrektur

  • berichtigt“, „berichtigend“, „korrigiert

  • von Amts wegen“ (amtlich veranlasst)

  • manchmal mit Bezug auf eine Quelle: „… gemäß …“ oder „… auf Grund …“

Was prüfen?

  • Wurde nur die Schreibweise korrigiert oder ein inhaltlicher Punkt (Datum/Eltern)?

  • Gibt es einen Verweis auf eine andere Urkunde?

B) Verweise auf andere Registereinträge

  • „Hinweis auf Heiratseintrag/ Sterbeeintrag …“

  • „Vermerk … Nr. …“ (Akten-/Registernummern)

Was bringt das?

  • Du bekommst eine Spur zur nächsten Urkunde, oft mit sicherem Identitätsbezug.

C) Namensführung / Namensänderung im weiteren Sinn

  • Hinweise, dass eine Person später einen anderen Namen führt (z.B. durch Eheschließung, Anerkennung, Adoption etc.)

Wichtig: Nicht alles, was nach „Name anders“ aussieht, ist eine formelle Namensänderung. Oft ist es nur die Dokumentation einer rechtlichen Namensführung.

D) Anerkennung / Legitimation / Familienstand (je nach Epoche)

Ältere Einträge können Hinweise enthalten, die erklären, warum später andere Angaben auftauchen (z.B. Vaterangaben, Familienstatus).
Praxis: Immer exakt zitieren und dann die Folgeurkunden suchen.


4) Mini-Checkliste: So arbeitest du mit Vermerken

  • Vermerk wortgetreu abschreiben (oder Foto/Scan speichern)

  • Datum/Ort/Nummern aus dem Vermerk notieren

  • Was genau wurde betroffen? (Name / Datum / Eltern / Ort)

  • Gibt es einen Hinweis auf eine weitere Urkunde? → als nächstes besorgen

  • Bei Namen: Variantenliste aktualisieren (z.B. Gefrom/Geffrom/Gefromm)


5) Vorlage zum Kopieren: Vermerk-Protokoll

Dokument (Art):
Ort / Amt:
Datum des Eintrags:
Randvermerk (Wortlaut):
Betroffener Punkt: Name / Datum / Eltern / Sonstiges
Korrektur alt → neu:
Hinweise/Nummern im Vermerk:
Folgequelle, die ich suche:
Bewertung: Berichtigung / Verweis / Ereignisnotiz / unklar